H0e-Modul Bahnhof "Olbersdorf-Niederdorf"

Der Bahnhof Olbersdorf-Niederdorf liegt an der Strecke Zittau- Oybin/Johnsdorf und wurde hier in verkürzter Form nachgebaut. Er ist auf einem Holzkasten in den Abmessungen 1200x350x120, bestehend aus 12mm dicken Sperrholz aufgebaut.

Zunächst wurde das Gebäude nach Fotos begonnen, bis mir durch Kontakte zum Modellbahnclub Zittau Zeichnungen zur Verfügung standen. Diese setzte ein Modellbahnclubmitglied in einen "Bauplan" um und so konnten die Wandteile aus Polystyrolplatten hergestellt werden. Deshalb hier meinen Dank an Olaf und an die Modellbahnfreunde in Zittau. Die Fensterrahmen stammen aus einem Bausatz der Firma Kibri.

Das größte Problem stellten die Dachgauben dar. Die "geschwungene" Dachform wurde durch Erwärmen von Dachplatten über einer Form gewonnen. Aber das Ergebnis befriedigte nicht. Und somit wurde das gesamte Dach nochmals nachträglich gedeckt. Als Dachziegel dienten die Papierreste eines Lochers, die an den Seiten gerade geschnitten und dann einzeln aufgeklebt wurden. Insgesamt 4400 solcher "Ziegel" mussten verarbeitet werden. Für mich eine Arbeit, wo man vom "Elend" während der Arbeitszeit richtig abschalten kann.

Auf ähnliche Weise entstand das Toilettenhaus. Hier wurde auch wieder Polystyrol verwendet. Für den Lüftungsaufsatz eigneten sich sehr gut die Profile der Firma "plastruct". 

Die Gleise und Weichen stammen von der Firma "technomodell" und besitzen 2,1 mm Profilhöhe. Sie wurden auf einer Lage Kork befestigt und mit Schotter der Firma "Heki" auf dem "Planum" befestigt. Die Weichen werden von Antrieben der Firma "Fulgurex" bewegt. Diese sind einfach zu montieren (obwohl sich da noch eine bessere Lösung finden lässt) und besitzen eine sehr große Zuverlässigkeit. Außerdem sind sie von Haus aus mit einer Versorgung für das Herzstück versehen.

Verweilen wir nun einige Stunden an einem schönen Sommertag im Bahnhof Olbersdorf-Niederdorf und beobachten den Zugverkehr und die Umgebung.

Lange dauert es nicht und schon von Weitem ist das Auspuffgeräusch der 99 749 zu hören, die die Steigung aus Zittau-Vorstadt in Richtung Zittauer Gebirge angeht.

Nach kurzer Zeit trifft dann auch der Personenzug nach Oybin im Bahnhof ein. Ein Reisender hat sich in der Zeit verrechnet und muss sich noch ganz schön beeilen. Die Wagen sind an diesem Vormittag sehr gut mit Ausflüglern besetzt.

Bei der Einfahrt merken wir, das der Zug einen Triebwagenbeiwagen mit sich führt. Da der Triebwagen etwas "schwach auf der Brust" ist, nehmen teilweise Regelzüge die Beiwagen mit nach Oybin und dort übernimmt dann der VT 137 322 die Wagen für die Rückleistung.
Die Ruhe nach der Ausfahrt des Zuges wird plötzlich durch lautes Geschimpfe einer Frau Auf der anderen Hausseite wird zwischenzeitlich die getrocknete Wäsche abgenommen, während die Kinder sich 
unterbrochen. Ein Radfahrer nutzte den Zaun des Hauses für ein kleines Geschäft, da die ehemalige Bahnhofstoilette als Schuppen "umgenutzt" wurde.

im Garten des zu einem Wohnhaus umgebauten Empfangsgebäudes vergnügen.

So vergeht die Zeit schnell, bis ein Güterzug eintrifft, der von der ehemaligen Trusetallok 99 4532 gezogen wird.
Diese muss einen Normalspurwagen bereitstellen und den mitgeführten Schotterwagen weiter nach Olbersdorf-Oberdorf befördern. Dazu müssen vorher die Gleissperren für Gleis 3 geöffnet werden. 

Währenddessen bemüht sich der VEB (Volkseigene Betrieb) Kohlehandel den restlichen Kohlenberg zu verladen. Damit alles stimmt, hat der Traktor vom Typ Pionier zunächst den Anhänger auf die Wage gestellt. Im Vorbild war das Waagenhäuschen ein moderner Zweckbau, hier herrscht noch etwas Nostalgie :-)
Während dieser Überlegungen "verabschiedet" sich die Zittauer Hofdame 99 4532 in Richtung Olbersdorf-Oberdorf. Aber lange dauert die Ruhe im Bahnhof nicht, da aus der Gegenrichtung ein beladener Rollwagenzug nach Zittau eintrifft. Dieser muss heute ausnahmsweise auf Gegenverkehr warten und fährt deshalb in das Ausweichgleis ein.

Der Gegenzug ist ein Sonderzug des Deutschen Modelleisenbahnverbandes der DDR (DMV) nach Jonsdorf. Für ihn wurde extra eine IV k von Mügeln nach Zittau umgesetzt. Allerdings scheint sich diese Sonderfahrt im "Buschfunk" nicht richtig herumgesprochen zu haben. Deshalb steht auch nur ein einziger Fotograf im Bahnhof, um den Zug mit seiner Schmalfilmkamera aufzunehmen. Damit für das leibliche Wohl der Fahrgäste gesorgt werden kann, hat man in den Zug den Salonwagen von Freital eingestellt. Aber auch ansonsten ist das Wagenmaterial bunt gemischt.

Am späten Nachmittag erwartet uns dann der Triebwagen aus Oybin zur Rückfahrt nach Zittau. Dieser führt jetzt den vom Personenzug mitgeführten Beiwagen. Aber auf Grund des schönen Wetters sind nur wenige Fahrgäste in dem Zug. 

Das Triebwagenmodell entstand aus einem Bausatz der Firma "Edition Glöckner", und weist hervorragende Fahreigenschaften auf. 

 

Wie man sieht, kann auch in einem kleinen Bahnhof ein reger Zugverkehr stattfinden.

Rabenauer Grund

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